Sonntag, 3. August 2014

Rechtschreibreform 2014

Die neue Rechtschreibreform sorgt in Deutschland für einige Diskussionen. Viele Nomen können bald, abhängig vom Kontext, anders geschrieben werden, um eine deskriptivere Rechtschreibung zu gewährleisten.

Foto: www.pixelio.de / Claudia Hautumm

Oldenburg - Vor knapp einem Monat war es soweit: das im Jahre 1880 erstmals veröffentlichte Werk "Die deutsche Rechtschreibung" von Konrad Duden feierte sein 134-jähriges Bestehen. Diesen Meilenstein in der Entwicklung der deutschen Sprache nahm man zum Anlass, die bestehenden Rechtschreibregeln noch einmal kritisch zu reflektieren.

"Die letzte Rechtschreibreform liegt zwar noch nicht lange zurück, dennoch mussten wir mit einigem Entsetzen feststellen, dass die Rechtschreibung in vielen Fällen nicht mehr zeitgemäß zu seien scheint.", offenbart Helmut Kirsch - Change-Manager und Mitherausgeber des Orthographie-Bestsellers. Gerade Nicht-Muttersprachler, so Kirsch, haben es mitunter schwer, wenn es um die korrekte Groß- und Kleinschreibung geht. 

Eine deskriptivere, kontextorientierte Rechtschreibung soll Abhilfe schaffen. Wo das Wort "Zuverlässigkeit" im Duden seit jeher großgeschrieben wird, schreiben es die meisten Menschen heutzutage doch längst klein. In einem Versuch, die Rechtschreibung an die gesellschaftlichen Gegebenheiten anzupassen, soll beispielsweise besagtes Wort nun auch mit führendem Kleinbuchstaben angeboten werden. 

"Dank dieser revolutionären Idee, wird nicht nur der gegenwärtigen Bedeutung des Wortes Rechnung getragen, sondern auch der erste Schritt zu einer deskriptiveren Rechtschreibung getan.", erklärt Kirsch stolz und gibt zu bedenken: "Im Zusammenhang mit der Lohnsteuer-Abrechnung wird 'Zuverlässigkeit' aber natürlich weiterhin großgeschrieben."

Neben dem Wort "Zuverlässigkeit" bestehen Überlegungen einer gleichartigen Regelung für andere selten-gewordene Wörter, wie beispielsweise "Amen", "Höflichkeit" und "Kompetenz" im Zusammenhang mit Elektrohandel-Mitarbeitern. 

"Eine genaue Einschätzung, wie viele Wörter letztendlich betroffen sind, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht geben,", prognostiziert Kirsch abschließend, "aber wir konzentrieren uns erstmal auf das Wesentliche. Man will die deutsche Sprache ja schließlich nicht überregulieren, Ich mein' ja nur..."

Montag, 12. Mai 2014

Lassen Sie mich durch, ich will Arzt werden

Du weißt nicht, was du nach der Schule/dem Studium machen sollst oder hast von deinem aktuellen Beruf die Schnauze voll? Du hast Probleme damit, Termine einzuhalten? Und dazu noch eine Handschrift, die jetzt nicht unbedingt Rückschlüsse auf die deutsche Sprache zulässt, sondern eher wie eine schlecht-gemeinte Kreuzung aus Beamtenchinesisch und Kyrillisch aussieht?
Mediziner-Alphabet

Dann werde doch Arzt! Das ist nicht nur ein angesehener Beruf, sondern ermöglicht es dir auch, mit nur einem einzigen Satz das Warten in langen Schlangen erheblich zu verkürzen.

Zwar ist das Gerücht, man müsse dafür studiert haben, immer noch weit verbreitet, aber wer einige Male bei verschiedenen Ärzten war, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon zu dem Schluss gekommen sein, dass das Quatsch ist.

Ich selbst war in den letzten Wochen bei einigen verschiedenen Ärzten und kann daher die Repräsentativität dieses Artikels gewährleisten!

Deshalb folgen ein paar Tipps, die es auch dir ermöglich als Arzt zu überzeugen!

Dein Job als "Hausarzt"
Das allerwichtigste ist, dass du dir das richtige Umfeld aussuchst, um zu praktizieren. Ein Krankenhaus ist das nicht, da dort mitunter wirklich kranke Menschen verkehren. Und denen wirst du natürlich nicht helfen können. 
Dein Ziel ist es, der "Hausarzt" deiner Kunden zu werden.
So ein Hausarzt hat einen vergleichsweise einfachen Job, der im Wesentlichen aus den folgenden Dingen besteht:

  1. Arbeitsscheue Menschen krankschreiben
  2. Rezepte ausstellen
  3. Kassenpatienten mit ihrem gesellschaftlichen Rang konfrontieren
  4. Überweisung an Fachärzte

Richtig, "Krankheiten heilen" ist nicht dabei. Aber mehr dazu im Kapitel "Behandlung".

Die Termin-Vergabe
Ein oft geradezu sträflich vernachlässigter Teil deines Berufs ist es außerdem, dafür zu sorgen, dass deine Assistentinnen den Kunden Termine zuteilen, wann sie zur Sprechstunde kommen dürfen. Das hat weniger was mit Organisation deiner Arbeit zu tun, sondern eher damit, dass die Leute das Gefühl haben, bei dir Termine machen zu müssen, um überhaupt dran zu kommen. Du hast ja so viel zu tun!

Das Wartezimmer
Das ist der Ort, in dem deine Kunden die meiste Zeit verbringen werden. Das Wartezimmer dient dazu, Kassen- von Privatpatienten zu trennen (Privatpatienten sitzen bitteschön immer im Gang!) und zur Kundenakquise. Wer sich tatsächlich erdreistet, gesund zu dir zu kommen, wird so lange ins Wartezimmer gesetzt, bis er sich in irgendeiner Form bei den anderen Wartenden angesteckt hat. Schule also deine Assistentinnen, damit solche Leute schnell erkannt werden.

Profi-Tipp:
Sollte dein Wartezimmer zu leer sein und die Leute sich über lange Wartezeiten beschweren musst du einschreiten! Viele Ärzte arbeiten mittlerweile mit Statisten, die sich gegen ein geringes Gehalt ins Wartezimmer setzen und dort verharren. Auf diese Weise ist das Wartezimmer immer gut gefüllt. Solltest du außerdem mal eine Pause brauchen, kannst du ein paar der Statisten drannehmen.

Für die Einrichtung des Wartezimmers empfehlen sich viel zu eng beieinander stehende Stühle, ein Abo des Lesezirkels und Spielsachen für Kinder. Gerade letzteres ist wichtig, da es nichts gibt, was anstrengender ist, als kleine Kinder, die alle 20 Sekunden fragen, wann sie denn drankommen.

Die Sprechstunde
Wird einem Gast das lange Warten sichtlich zu anstrengend, ist es an der Zeit ihn von deiner Assistentin in ein Behandlungszimmer zu verfrachten. Der Kunde hat das Gefühl, es tue sich etwas und du hast deine Ruhe. Nach mindestens 5 Minuten (bei Privatpatienten) bis maximal 60 Minuten (erklärt sich von selbst), kannst du das Behandlungszimmer betreten und gegen den Drang ankämpfen, dir nach dem Begrüßungshandschlag die Hände desinfizieren zu wollen. Beginnt der Kunde mit seiner Leidensgeschichte, hat es sich bewährt, möglichst gestresst zu gucken, um deutlich zu machen, dass du keine Zeit hast - aber das hast du sicher gewusst.

Die Diagnose
Zum stellen einer glaubhaften Diagnose ist es wichtig, auf einige Schlüsselwörter während der Geschichte des Kunden zu achten. Hier ein paar Beispiele:

"...Nase zu..."
= Grippe / Erkältung

"...Kopfschmerzen..."
= Grippe / Erkältung oder einfach nur Kopfschmerzen

"...Übelkeit..."
= (Magen-Darm)-Grippe oder falsches Essen

"Ich hatte das früher schon mal..."
= Dann hat er's jetzt wieder.

"Medikament XYZ hat damals gut gewirkt..."
= Dann kriegt er's jetzt wieder.

Und wenn du mal wirklich nicht weiter weißt, der Kunde aber eine Antwort erwartet... lass ein Röntgenbild von einem von ihm erwähnten Teil des Körpers machen! Während der Zeit, in der das Bild vermeintlich bewertet wird, hast du genug Zeit um die Symptome zu googeln oder deinen eigenen Hausarzt anzurufen, da dieser vielleicht schon mal einen ähnlichen Fall googeln musste, während sein Kunde auf das Röntgenbild wartete.

Fehlt dir hier Fachvokabular, empfehle ich dir ein paar Staffeln Emergency Room oder Grey's Anatomy.

Die Behandlung
Das ist der einfachste Teil der Prozedur! Entweder haust du dem Kunden Oma's Hausmittel um die Ohren, verschreibst Antibiotika oder überweist an einen Facharzt, der dem Kunden womöglich tatsächlich helfen kann.

Und während der Kunde das Behandlungszimmer verlässt und du dich beim Anblick seiner Versichertenkarte im Geiste freust, dass er dir gerade deinen Lebensabend finanziert, kannst du ihm abschließend Gute Besserung wünschen. So einfach ist das!

Und wenn du dir jetzt noch Sorgen um einen seriösen Eindruck bei den Kunden machst... Einen Doktortitel kann man für kleines Geld im Internet bestellen!
Und das es sich dabei um eine bedeutungslose Randwissenschaft handelt, muss man ja nicht dazu sagen. ;-)

Ich mein' ja nur...

Mittwoch, 26. März 2014

Als Einkaufen noch einfach war...

Ich habe einen Traum....

... den Traum, dass ich irgendwann in meinem Leben - auch wenn es nur ein einziges Mal ist - mit meinem Einkauf zur Supermarkt-Kasse gehen kann und einfach nur bezahle. Einfach so.

"Das macht 12,47 €."
- "Hier, bitte sehr."
"2,53 € zurück. Einen schönen Tag noch."
- "Ciao!"

So ging das mal. Und verdammt, war das eine schöne Zeit.
Für die, die jetzt nicht wissen, worüber ich mich eigentlich aufrege: So ein handelsüblicher Bezahl-Vorgang läuft heute anders ab. Gerade regelmäßige EC-Zahler werden das wissen.

Heutzutage ist es mehr eine Art Interview, dass man zu absolvieren hat, bevor man mit seinem Einkauf den Laden verlassen kann.
So auch heute, als ich bei einem bekannten deutschen Supermarkt einkaufte, der - zu allem Überfluss - gerade auch noch eine Aktion mit Payback durchführt.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Payback.

Der Satz des Jahres ist zweifellos: "Haben Sie eine Payback-Karte?"
Und dann geht es weiter...
Payback (dt. "Rache") - Datenklau für Cent-Beträge

Kassiererin: "Das macht 32,50 €, (bitte)."
Ich: "Mit EC bitte."
Kassiererin: "Was?!"
Ich: "... ich möchte mit Karte zahlen."
Kassiererin"Ach so. Haben Sie eine Payback-Karte?"
Ich: "Nein."
Kassiererin"Wollen Sie eine Payback-Karte haben? Da können Sie Punkte sammeln und sparen!"
Ich: "Nein, danke. Und wussten Sie eigentlich, dass Payback übersetzt 'Rache' bedeutet? Also mir macht das Sorgen..."
(Verständnislosigkeit seitens der Kassiererin)
Kassiererin: "Möchten Sie denn noch Bargeld abheben?"
Ich: "Nein, danke, ebenfalls nicht."
Kassiererin: "Sammeln Sie Treue-Punkte?"
Ich: "Nein, ich sammle keine Treue-Punkte."
Kassiererin: "Aber Sie würden 6 Stück für den Einkauf bekommen!"
Ich: "Gewaltig. Aber ich würde gerne einfach nur bezahlen."
Kassiererin: "Alles klar. Noch eine kleine Tüte dazu?"
Ich: " ... "
Kassiererin: "Gut, dann noch einen schönen Tag."
Ich: "Danke, ebenso!"
Kassiererin: "Vielen Dank. Tschüss!"
Ich: "Ja, tschüss."

Und nein, auch wenn man nach nur 700 Einkäufen einen kleinen Plastikfußball bekommen kann, möchte ich immer noch keine Payback-Karte. Es muss doch nicht jeder wissen, was ich wann und wo einkaufe. Und vor allem nicht ein Konzern, der mit diesen Daten handelt.

Da kriegt man irgendwann sein payback...

Ich mein' ja nur...

Mittwoch, 12. März 2014

Instagram - A Beginner's Guide

Hallo liebe Web 2.0 Nutzer und die, die es werden wollen!

Ihr kennt die Situation, wenn das Posten von begrenzt sinnvollen Statusmeldungen auf Facebook, der Check-In am Bahnhofsklo via Foursquare und das Veröffentlichen eurer Videos, bei denen ihr zeigt, dass ihr in weniger als 37 Minuten einen halben Liter Bier nahezu ohne zu heulen trinken könnt, weil euch jemand dafür "nominiert" hat, irgendwann langweilig wird.

Doch wohin jetzt mit der scheinbar "unverschwendbaren", übrigen Zeit?
Zu Instagram - einem mobilen Image-Sharing-Service, bei dem ihr mit vorgefertigten 08/15-Bildeffekten jeden noch so lächerlichen Schnappschuss in eine Sensation verwandeln könnt. (So die Betreiber der Seite)

Ich selbst habe mich in einem wissenschaftlichen Kontext ebendort angemeldet und einige Best-Practice-Analysen zum Thema "Instagram-Posts" durchgeführt.
Mit Schrecken musste ich dabei feststellen, dass gerade die neuen User, die sich bei diesem phänomenalen Service anmelden, oft kaum wissen, wozu dieser eigentlich gedacht ist.

Um diesem Missstand zukünftig beizukommen, folgt ein kurzer Guide, damit auch deine ersten Posts zu einem grenzenlosen Erfolg werden.

Das Motiv
Um ein passendes Motiv für seine Uploads zu finden, ist es sinnvoll zunächst die Bedeutung des Markennamens "Instagram" zu kennen. "Insta" kommt von "instant" - also "sofort". "gram" kommt von "Telegram" also quasi eine "Mitteilung".
Der Service ist also dazu gedacht eine sofortige oder spontane Mitteilung zu machen. Dementsprechend unkreativ darf auch das Motiv gewählt werden.
Wer trotzdem noch ideenlos ist... hier meine Top 4 der erfolgsversprechendsten Motive:


  1. Essen (egal ob selbstgemacht oder im Restaurant)
  2. Selfies (dazu später noch ein Profi-Tipp)
  3. Beine (am besten deine eigenen, aus der Ich-Perspektive)
  4. Screencaps von tiefgründigen Zitaten, die deinem momentanen Gemütszustand Ausdruck verleihen

"Attitude"
Wacht mit gestylten Haaren auf: Patrick Dempsey
Ebenso wichtig, wie das Motiv, ist deine persönliche Einstellung zum Service als solchen, zu deinem Bild und fast noch wichtiger: die Einstellung, die auf deinem Bild rüberkommen soll!
Aber fangen wir vorne an...
Bist du noch dem Irrtum auferlegen, Instagram-Bilder seien doch nur von bekannten Persönlichkeiten interessant, lass dir gesagt sein: falsch!
Denk doch mal nach... wie oft wachst du morgens auf, in stiller Verzweiflung, weil du nicht weißt, welchen Eyeliner deine beste Freundin heute morgen aufgetragen hat?
Machen wir uns nichts vor: selten. Und warum? Weil deine beste Freundin bereits ein Foto davon auf Instagram gepostet hat!
Was ich damit sagen will: Wenn du nur den Hauch einer Vorstellung hast, dass dein potentielles Bild auch nur einen einzigen Menschen im WWW interessieren könnte... bitte, lade es hoch!
Aber nun zum Thema "Was soll mein Bild rüberbringen?".
Hier der versprochene Profi-Tipp:
Dafür machst du dir zu Nutze, was die Leute, die ein Instagram-Bild sehen, erwarten.
Nämlich nichts. Wahrscheinlich sogar noch weniger.
In der Theorie musst du also keineswegs gut geschminkt sein, dein künstlichstes Fotolächeln aufsetzen oder dergleichen... nicht wahr?
Stimmt. Es ist nicht wahr!
Du willst selbstverständlich auf jedem einzelnen deiner Bilder aussehen, wie ein Victoria's Secret Model! Und warum?! Damit die Leute denken, dass du so "normal" aussiehst. In etwa so, als wenn Patrick Dempsey in deiner Lieblingsserie ins Bett geht und morgens mit perfekt gestylten Haaren wieder aufwacht! Das klingt vielleicht nach fiesen Fernseh-Tricks... aber DU kannst das auch!

#Hashtag
Dein Motiv ist perfekt? Die Wirkung auch? Dann ist es Zeit für den letzten Schliff!
Hierbei hast du durch die Verwendung von Hashtags die Möglichkeit, dass jeder noch zu weit entfernte Suchbegriff in irgendeiner Form auf dein Bild verweist.
Bei Selfies empfielt sich ganz traditionell ein #selfie. Bei der Fotografie von Essen, ist ein Hashtag mit der genauen Bezeichnung des Gerichts inklusive aller Beilagen zu empfehlen. Bist du hier nicht sicher, ob man diverse Bestandteile eines Gerichts zusammen oder getrennt schreibt: nimm beides, um absolut sicher zu gehen.

Beispiel:














#rindersteak #steak #filet #pommes #fritten #pommesfrites #salat #eisbergsalat #tomaten #kräuterbutter #kräuter #butter #frenchfries #chips #fries #french #fries #beef #rind
#tagforlikes ...

An diesem Beispiel wird auch sehr gut die Mehrsprachigkeit deutlich. Du möchtest anderssprachigen Ländern deine Bilder schließlich nicht vorenthalten?!

Das nahezu obligatorische "tagforlikes" ist immer ratsam, gerade wenn du den Eindruck hast, dein Bild könnte nur von einer ungenügenden Anzahl von Nutzern geliked werden.


Nun weißt du, wie du beim Posten von Bildern auf Instagram vorgehen musst, um die grundlegendsten Regeln zu beachten. Wenn du schon ein paar Bilder online hast, kannst du auch schauen, welches dir die meisten Likes beschert hat und mit dem Konzept weiterarbeiten. Denn darum geht es ja schließlich. Um soziale Akzeptanz und Likes!

Ich mein' ja nur...

#tagforlikes


Donnerstag, 6. Februar 2014

Konfession: Vegetarier

Glaubst du an Gott? Kaufst du Kleidung bei H&M? Isst du Chickenburger bei McDonalds, weil das Fleisch da aus kontrollierten Verhältnissen kommt und nur das beste vom Huhn verwendet wird? Oder isst du gar kein Fleisch?

Ja, diese Fragen hängen tatsächlich alle irgendwie zusammen. Und wie genau, erkläre ich dir im Folgenden.
Aber bevor schon ob des Titels Stimmen laut werden, die meinen, ich könne doch hier keine Vegetarier verteufeln oder andersrum Missionars-Arbeit betreiben wollen... selbstverständlich könnte ich das! Und dennoch wird dies kein Post bei dem ich mich positioniere. Nein, ich bin zwar kein Vegetarier, aber ich habe auch meistens nichts gegen sie (meistens? dazu später).

Die Probleme, die manche Menschen mit Vegetariern, Gläubigen oder anderen Leuten, die eine Position einnehmen haben, hat ihren Ursprung zumeist nicht in deren Einstellung, sondern in deren Umgang damit.

Ein Beispiel:
Ein Vegetarier isst kein Fleisch, weil er nicht möchte, dass seinetwegen Tiere geschlachtet werden. Soweit kein Problem und eine durchaus ehrenwerte Haltung. Das bezeichnet die Einstellung des Vegetariers.
Legt der Vegetarier (oder Gläubige, etc...) nun aber einen gewissen Umgang mit ebendieser Einstellung an den Tag, wird er zum Vegeterroristen, der einem selbst beim Italiener noch in die Thunfisch-Pizza reinquatscht (Zitat: "Tze... wie können Sie Fisch essen?!").

Dasselbe gilt für den Gläubigen, der permanent versucht, andere zu missionieren. Es hat doch keiner, der anderen eine eigene Meinung zugesteht, ein Problem damit, dass das eure Einstellung ist. Aber der Umgang damit nervt!
Und genau daraus entstehen die Vorurteile gegen diese Gruppen. Nur, weil ein paar Leute beschließen mit ihrer Einstellung die Welt nach ihren Ansichten gestalten zu wollen.
Und bitte, ich möchte niemandem das Recht absprechen, seine Einstellung zu erklären, diese zu verteidigen und dafür zu argumentieren. Aber bitte nicht, wenn klar ist, dass das Gegenüber das nicht hören will.

Wenn jeder lebt, wie er möchte (und dabei die Rechte anderer nicht verletzt) und andere das im Gegenzug auch tun lässt, kommen alle Beteiligten besser durchs Leben!

Sowie kommt man bei solchen Pro-/Kontra-Diskussionen nie zu einem Schluss... Wenn du Kleidung bei H&M kaufst, könnte ich dir sagen, dass du damit Kinderarbeit unterstützt. Du könntest erwidern, dass H&M doch offensichtlich gegen Kinderarbeit ist. McDonalds beteuert auch, dass in den Chicken-Produkten nur das beste vom Huhn ist, wo doch hinlänglich bekannt ist, dass die Tiere da nahezu komplett in den Mixer kommen. Ist eben wirtschaftlicher, als Sachen wegzuschmeißen.

Aber jeder, wie er will. Ich persönlich finde H&M super! Meine einzige Hose von da hat schlappe 30 Euro gekostet. Fairerweise war sie auch nach knapp 3 Wochen kaputt. Gesetzt dem Fall also, dass sich die Haltbarkeit einer Hose zu ihrem Preis exponentiell verhält ist das ein 1a Preis/Leistung-Verhältnis!

Ich jedenfalls zieh mir eben meinen H&M-Pulli an, hol mir bei McDonalds einen Chickenburger ohne den nervigen Salat und wenn alles gut läuft, kann ich der Bedienung vielleicht auch noch eine Bibel verkaufen!

Und wenn bei H&M tatsächlich Kinder an den Nähmaschinen sitzen... eins muss man sagen: nähen können die!

Ich mein' ja nur...

Donnerstag, 23. Januar 2014

Augen auf beim Headset-Kauf

Gestern war ein sehr trauriger Tag. Mein Headset "Creative Soundblaster Rage" mit seinen jungen 1,5 Jahren von uns gegangen. Es hatte ein nicht immer ganz einfaches Leben, gerade das Mikro wurde auch mal angeschrien und der Infrarot-Empfänger das eine oder andere Mal aus dem USB-Port gerissen. Aber im Grunde hatte es ein erfülltes Leben mit guter Musik und tollen Gaming-Sessions.
Eine Trauerfeier findet nicht statt, da es den Wunsch hatte in einer Box für Altgeräte in den Hardware-Himmel zu kommen.

Nun - fast schon einen Tag später - bin ich über den Schock weitgehend hinweg und wollte mich also um Ersatz kümmern. Ich fuhr also in einen bekannten örtlichen Elektrohandel (nicht Saturn), in der Absicht ein neues Gerät zu erstehen. Den Ablauf dieses Einkaufs möchte ich kurz in chronologischer Abfolge darstellen.

14:55 Uhr
Ich komme von der Uni und sitze im Auto. Jetzt geht's los zu Me... ... zum Elektohandel. Den gestrigen Verlust noch in den Knochen fahre ich los. Soweit nicht besonders spektakulär.

15:05 Uhr
Beim Elektrohandel angekommen finde ich sofort einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Haupteingangs. Wenn das so weiter geht, bin ich hier im fünf Minuten fertig und kann nach Hause. Ich betrete also das Geschäft und beginne mich umzusehen.

15:10 Uhr
Ich habe die drei, jeweils an verschiedenen Enden des Geschäfts verteilten, Bereiche gefunden, in denen es Headsets gibt. Ich beginne interessante Geräte näher zu betrachten und die Produktdetails auf den Verpackungen zu lesen.

15:20 Uhr
Nach einigem Lesen und Vergleichen kommen zwei Modelle in Frage. Eins von Razer und eins von Sennheiser. Die Headsets unterscheiden sich weder vom Preis, noch von den angegebenen Spezifikationen. Ratlosigkeit macht sich breit. Ich brauche die Meinung einer kompetenten Fachkraft.

15:22 Uhr
Eine kompetente Fachkraft scheint es dort nicht zu geben, also suche ich mir einen der dort zwecks Beratung angestellten Mitarbeiter.

15:25 Uhr
Ich spreche einen Mitarbeiter an, der gerade paralysiert im Gang steht. Er weist mich darauf hin, dass er gerade Kundschaft habe und er "sehr gerne" gleich bei mir ist.
Noch während er das sagt, scheint ihm einzufallen, dass er tatsächlich Kundschaft hat und er eilt von dannen.

15:27 Uhr
Der Mitarbeiter hat mich erreicht und offenbart seine Ratlosigkeit in Bezug auf Headsets.
Er kenne aber einen Experten ["Experten" - die Red.], der mir sicherlich helfen können wird.

15:35 Uhr
Nach wenigen Minuten ist der Experte ausfindig gemacht und es geht los. Er mustert meine beiden favorisierten Geräte, als frage er sich, wie man bei diesem "neuartigen Telefon" denn die Nummern wählt. Daraufhin beginnt er, mir die Verpackung vorzulesen und versucht dabei mit Phrasen, wie "Oh, dieses Headset reicht sogar bis 22.000 Hz" Kompetenz zu heucheln.

15:40 Uhr
Aus Angst, die Verpackungsdetails noch einmal vorgelesen zu bekommen, sage ich dem Mitarbeiter, dass ich mich selbst noch ein wenig umsehen werde.
Mittels Smartphone geht es also ins Internet. Rezensionen lesen!

15:45 Uhr
Nach einigen Testberichten ist klar: das Sennheiser-Gerät soll es sein. Doch traue ich dem stattlichen Preis von 159,- Euro nicht.
Ein weiterer Blick ins Internet verrät mir, dass es bei einem großen Online-Versandhändler für sensationelle 119,- Euro zu haben ist.

15:47 Uhr
Ich konfrontiere den Mitarbeiter mit meinem neu-erlangten Wissen und frage ihn, ob sich da preislich etwas machen ließe, da das Gerät bei besagtem Online-Versandhändler... ach komm... es weiß doch eh jeder, dass Amazon gemeint ist. Jedenfalls ist es da billiger. 40,- verdammte Euro billiger!
Sichtlich genervt entgegnet der Mitarbeiter: "Das interessiert mich relativ wenig, wir sind ja nicht Amazon. Oder haben Sie das draußen gelesen?"
Angesichts dieser Frechheit bin ich einen Moment sprachlos und meine Gedanken drehen sich, wie ein Wetterhahn im Auge des Tornados, während ich überlege, was ich dazu sagen soll.

Möglichkeit A - Sarkasmus
 "Oh, das tut mir Leid. Da liegt eine Verwechslung vor. Ich bin leider Farbenblind und kann nicht lesen."

Möglichkeit B - Aggression
"Was Sie nicht sagen... selbst wenn ich in das Gebäude gebeamt worden wäre und nicht das Schild am Eingang gelesen hätte, wäre mir klar, dass das nicht Amazon ist. Unfreundliche Idioten, wie Sie, stellen die nämlich gar nicht ein. Übrigens: ihr rotes Poloshirt sieht scheiße aus."

Möglichkeit C - Ehrlichkeit
"Ich danke Ihnen für die Mühe, machen Sie sich keine weiteren Umstände, ich bestelle es im Internet."

Na ja, stattdessen habe ich gar nichts gesagt und einfach nur die linke Augenbraue hochgezogen. (Richtig gehört, NUR die linke! Ich kann das!)
[Wow... schreib das am Besten in die nächste Bewerbung zu besonderen Fähigkeiten... - die Red.]

Der Mitarbeiter schaut darauf hin im System nach und sieht, dass die noch vorhandene Stückzahl erstaunlich hoch ist. Ja, fast so, als würde das Headset nicht oft verkauft. Vielleicht weil der Preis zu hoch ist, oder so.
Erstaunlich kompromissbereit ändert der Mitarbeiter den Preis im System auf den Amazon-Preis und druckt mir eine Rechnung.
Nach dem Drucken der Rechnung fragt er mich, ob ich das Gerät denn kaufen wollte.


Ich habe es denn gekauft, bin nach Hause gefahren, habe es angeschlossen und alles klappt. Wenigstens das!

Wenn du also das nächste Mal ein Headset kaufst und das bei einem großen deutschen Elektrohandel (nicht Saturn), dann lass dich nicht verarschen. Vor allem nicht beim Preis.

Ich mein' ja nur...

Dienstag, 21. Januar 2014

Meinungsfreiheit? Bitch, please...

Es ist wieder mal früh. Zu früh. So früh, dass sogar die Hintergrundbeleuchtung des LCD-Displays meines Weckers noch aus ist, da dieser nicht plant, mich in absehbarer Zeit wecken zu wollen.
Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn du krank bist, circa 12-23 Stunden pro Tag schläfst und gerade an dem Tag, wo du wieder zur Arbeit möchtest/musst, um 2 Uhr nachts aufwachst, hellwach bist und nicht mehr einschlafen kannst. So etwa das Gefühl, dass sich breit macht, wenn ein Feiertag auf einen Dienstag fällt und du keinen Urlaubstag mehr übrig hast, um ein langes Wochenende daraus zu machen. Mit einfacheren Worten: große Scheiße.

Aber eigentlich geht es ja um was anderes... aber dazu ein paar einleitende Worte...

Wenn man einen eigenen Blog startet, geht man jetzt nicht unbedingt davon aus, in der ersten Zeit - oder überhaupt mal - irrsinnig viele Besucher zu haben. Und da schon bei YouTube im Durchschnitt nur 0,25% der Viewer Kommentare hinterlassen, erst recht keine Kommentare.

Umso erstaunter war ich, als mich eine Nachricht zu meinem jüngst verfassten "McFit" Post ereilte. Nun ist Meinungsfreiheit ja im Grundgesetz geregelt. Sarkasmus allerdings nicht. Und genau da (liebe Regierung) liegt das Problem!

Da stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, einen solchen Beitrag unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten kritisch zu hinterfragen ...nicht.

Es gibt doch viel wichtigere Fragen im Leben...
Woher kommt das Vertrauen in einen Zahnarzt, der selbst Gebiss-Träger ist?
Weiß der glatzköpfige Friseur, wenn er von "mehr Volumen ins Haar" spricht, eigentlich was er da erzählt?

Und warum zum Teufel, wird man nach einer größtenteils durchwachten Nacht ausgerechnet dann wieder müde, wenn sich das Schlafengehen nicht mehr lohnt? Das möchte ich mal wissen!

Ich mein' ja nur...

Montag, 13. Januar 2014

How to: Abitur

Gerade in diesem Moment sind Millionen von Menschen dabei, sich auf den wohl schönsten Moment der Schulzeit vorzubereiten: das Ende.

Nicht mehr all zu lang und das Abitur steht an. Da ich selbst mal Abitur gemacht habe, wirst du mir zustimmen, wenn ich mich als Experte auf diesem Gebiet bezeichne.
In dieser Funktion möchte ich dir natürlich nicht vorenthalten, wie die optimale Vorbereitung auf die Prüfungen aussehen muss.

Solltest du also vor den Prüfungen stehen, ist dein Weg zu grenzenlosem Erfolg mit dem Lesen dieses Posts geradezu in Gänze geebnet. Solltest du schon Abitur haben, soll dir dieser Post ein Feedback sein, dass dich erkennen lässt, ob du damals das Optimum aus deinem Lernerlebnis herausgeholt hast und wo du womöglich Fehler gemacht haben könntest, die du künftig vermeiden kannst.

Der Abitur-Prozess gliedert sich dabei in 5 einfache Phasen, die ich gleich erläutern werde. Bevor es aber los geht, noch ein Hinweis: Es könnte unter Umständen klug sein, die dargestellten Techniken an manchen Stellen kritisch zu reflektieren. ;-)

Phase 1 - Die Schulzeit
Die richtige Vorbereitung beginnt schon während der Präsenzphasen in der Schule. Möchtest du schon hier in Sachen Zeitmanagement brillieren, ist ein gewisser Initialaufwand nötig, der sich aber auszahlen wird.
Schaue dir an, welche Fächer geprüft werden. Diese Fächer kannst du besuchen. Alle anderen sind Quatsch. Entgegen der von Lehrern proklamierten These, dass auch Geschichte (wenn es keins deiner P-Fächer ist) total wichtig ist und dich im Leben weiterbringen wird, muss ich dich hier mit der Realität konfrontieren. Du lernst nicht für's Leben, sondern für die Prüfungen. Für die Prüfungen des Lebens ist später noch Zeit. Irgendwann zwischen Studium und Rente.
Dabei musst du allerdings darauf achten, dass es bei den meisten Schulen eine 50%-Regel gibt, die besagt, dass du mindestens 50% der Stunden besuchen musst, um die Zulassung für's Abitur zu bekommen. Rechne also vorher aus, wie viele Stunden das sind und wann du planst, die Stunden zu absolvieren. Dabei können Klassenkameraden hilfreich sein, die wissen, wann z.B. Filme geguckt werden oder die Stunde ohnehin ausfällt. Auch die Urlaubsplanung ist so einfacher.
Besuchst du eine Stunde nicht, lerne stattdessen auch nichts anderes. Das kann zu schlechtem Gewissen führen und deinen Lernerfolg mindern.

Phase 2 - Das Lernen
Auch zum Thema "Lernen" hat die Lehrerschaft natürlich eine Meinung: Fangt rechtzeitig an, dann könnt ihr in Ruhe lernen!
Eine Theorie, der ich durchaus zustimme. Das hängt allerdings von der Definition des Wortes "rechtzeitig" an. Wer hier Monate vorher anfängt, macht gleich zwei entscheidende Fehler. Versuch doch mal, dich am Prüfungstag an eine Formel zu erinnern, die du zwei Monate vorher gelernt hast. Da muss man jetzt nicht Raketenwissenschaftler sein, um zu erkennen, dass das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Scheitern verurteilt ist.
Eine Lernzeit von durchschnittlich 4 Wochen (brutto) ist völlig ausreichend und hat sich über die Jahre bewährt. Abzüglich schlafen, Pausen, Feiern, Essen, Trinken und Prokrastination sind das netto circa 3 Tage. Also immer noch mehr als genug.
Im Falle von Fächern, wie Mathe, reicht meist auch weniger, da es sich dabei um sogenannte "spiccophile" (Spickzettel-freundliche) Fächer handelt.
Hier funktioniert das Bulimie-Lernen besonders gut. Alle Themen innerhalb weniger Stunden reinschaufeln und am Tag der Prüfung auf's Blatt kotzen. Das bringt den zusätzlichen Vorteil, dass das Gelernte danach aus dem Gehirn verschwunden ist und nicht unnötig Speicherplatz belegt.

Phase 3 - Klausur-Warmup
Am Tag der Prüfung solltest du unbedingt viel zu früh am Prüfungsort sein. Am einfachsten geht das, wenn du vorher einfach nicht schläfst. Du willst den wohl schönsten Teil einer Prüfung ja nicht verpassen.
Auf diese Weise kannst du vor der Prüfung mit deinen Mitschülern reden und dir all die Dinge bewusst machen, die du nicht gelernt hast. Als kleine Gegenleistung kannst du auch andere darauf aufmerksam machen, was sie vergessen haben und die Zeit nutzen, um dein Gehirn in letzter Sekunden noch mit halbfertigem Wissen zu überfüllen.

Profi-Tipp: Bist du besonders kreativ, kannst du dir Lerninhalte ausdenken, von denen der Lehrer behauptete sie seien "essentiell für die Prüfung", um das Warm-Up-Erlebnis der anderen zu vervollkommnen.

Hast du das Warm-Up vollzogen, bist du nun nervös genug, um in die Prüfung zu gehen.
Die Phase der Prüfung bleibt hier unbetrachtet. Was soll bei deiner Vorbereitung schon schief gehen?

Phase 4 - Die Klausur-Aftershow-Party
Die Klausur ist geschrieben! Mache nun nicht den Fehler und gehe sofort nach Hause - sonst entgeht dir was!
Nutze die Chance und nimm an der Klausur-Aftershow-Party teil. Hier kannst du deine Lösungen und Antworten mit deinen Mitschülern schlecht reden und deine Zweifel am Bestehen der Prüfung schüren. Um andere zu irritieren, empfiehlt es sich, deine Lösungen mit den Worten "die Aufgabe war easy" oder "das hatte ich gerade noch gelernt" einzuleiten. Die Korrektheit dieser Aussagen ist nebensächlich - die Wirkung zählt!
Wenn auch ein paar deiner Freunde diesen Post gelesen haben, könnt ihr euch optimalerweise zusammentun und gemeinsam eine (falsche) Lösung vertreten. Die Stimme einer Gruppe hat mehr Gewicht.
Die Klausur-Aftershow-Party kann dabei zu extremem Selbstzweifel, Weinkrämpfen und Appetitlosigkeit führen. Wenn diese Symptome eintreten, hast du alles richtig gemacht.

Phase 5 - Retrograde Amnesie
Nach den anstrengenden vorherigen Phasen, hast du dir diese Phase wirklich verdient. Nicht nur ist es ratsam, die Zweifel und Gedanken des Nicht-Bestehens zu annihilieren, sondern auch, Platz für neuen Lernstoff zu schaffen.
Dafür gibt es viele Wege, wie Hypnose, Meditation oder autogenes Training. Diese in der Theorie schon abwegigen Methoden, scheitern jedoch noch mehr an der Realität.
Der alt-bewährte Griff zur Schnaps-Flasche kann an dieser Stelle teure Therapie-Kosten ersparen - neben den zahlreichen weiteren Vorteilen.
Wenn du unsicher bist, was du trinken sollst, lass dir gesagt sein: ab einer gewissen Dosis, wirkt jedes Gift. Also egal was, nur viel.
["Brauche Schnäpse führen auf dem geradesten Weg zum Ziel" - die Red.]

Solltest du diese fünf einfachen Phasen befolgen, steht deinem Abitur nichts mehr im Wege. Besonders praktisch: die Phasen sind so konzipiert, dass sie vor jedem Prüfungstag durchlaufen werden können.

Hast du trotzdem noch Zweifel? Kein Grund dazu! Schau dich mal in der Welt um, wer und was so alles Abitur hat. ;-)

Ich mein' ja nur...

Freitag, 10. Januar 2014

McFit - Der Weg zum Disko-Pumper

Ja, seit Anfang der Woche ist es wieder so weit. Nach einiger Zeit des Ruhens, quälen mein Trainingspartner und ich uns wieder ins Fitnessstudio. Er braucht für sein Sixpack dann nicht mehr in den Getränkemarkt und ich kann bald meine Füße wieder sehen. So weit, so gut...

Interessanter als das eigentliche Training, sind aber die Leute, die ebenfalls trainieren. Menschen, die aussehen, als wären Arme und Beine - wenigstens von den Proportionen - irgendwie vertauscht.

Nach einiger Recherche im Internet, auf welchen Theorien und Ansätzen ein solches Aussehen wohl basieren möge, wurde mir mit Schrecken bewusst, dass der Markt in der Hinsicht noch eine Menge Potenzial zu haben scheint. Für alle Interessierten wartet also im Folgenden schon mal eine kleine Übersicht, wie man denn Trainieren muss, um nicht nur im Sommer sein Sixpack am Strand streicheln zu können, sondern auch um Frauen aufzureißen - denn die finden das echt klasse!

Disclaimer:
Der nachfolgende Text enthält stark verallgemeinerte und stereotypisierte Beobachtungen, von denen einige wahr, andere wiederum erstunken und erlogen sein könnten.


Der Weg zum Disko-Pumper (Auszug)

Vorwort
[Gibt es nicht, da es nachweislich sowieso so gut wie nie gelesen wird.]

Grundlagen
Das richtige Training fängt schon beim Kleidungsstil an. Solltest du schon muskulöse Arme, einen trainierten Rücken und mindestens Körbchengröße B haben, ist ein Tank-Top die beste Wahl für dich. Dabei auf dünne Träger und einen tiefen Ausschnitt achten, damit so viel von deinem Körper wie möglich sichtbar ist. Das macht Eindruck!
Dazu eine lange Sporthose (nur teure Markenklamotten, du wirst schließlich von anderen gesehen!) und alles passt.
Weniger muskulöse Erscheinungen wählen am besten einen Hoodie (G-Star oder Adidas ist ausreichend).
Bist du adipös, geh bitte nicht ins Fitnessstudio. Was sollen denn die Leute denken? Geh irgendwie joggen, bis du dich in der Öffentlichkeit zeigen kannst.

Aufwärmen vor dem Training
Nein.

Die Auswahl der Übungen
Die wichtigste Grundregel bei der Auswahl der Übungen ist, dass nur Muskeln trainiert werden, die man auch sieht - vorzugsweise von weitem, beim ersten Eindruck.
Beine erfüllen diesen Zweck nicht, der untere Rücken ebenfalls nicht und von Waden fange ich gar nicht erst an.
Über ein Sixpack lässt sich in der Anfangsphase streiten, da es meist verdeckt sein wird. In der Badesaison ist es aber selbstverständlich Pflicht.
Für den Anfang fokussieren wird uns von daher auf Arme, Schultern und die Brust.

Die richtige Ausführung
Immer wieder hört man die mahnenden Worte sogenannter Fitnesstrainer, die selbst vermutlich nicht mal eine Bierkiste heben können, die behaupten, man müsse die Übungen kontrolliert und langsam ausführen, um sich nicht zu verletzten und maximalen Muskelaufbau zu erzielen. An dieser Stelle ist jegliche Diskussion unnötig, denn das ist Quatsch. Oder willst du dich mit deinen 10KG Bizepscurls etwa zum Gespött des Studios machen?
Die Regel ist im Grunde recht simpel. Bewege bei einer Übung so viel Gewicht, wie dein Körper es in irgendeiner Form maximal zulässt. Das Arbeiten mit viel Schwung und das Ausholen mit den Hantel bei den Bizepscurls bringt dich leicht auf 30KG pro Seite. Ganz recht! Die Ladies werden Augen machen.
Was mich zum nächsten Punkt bringt. Achte darauf, deinen Satz nur dann anzufangen, wenn eine attraktive Frau in unmittelbarer Sichtweite ist. Du trainierst ja nicht zum Spaß. Also nimm diesen Ratschlag besonders ernst.
Schaut sie nicht sofort hin, tut es auch Stöhnen und lautes Atmen bei den Wiederholungen. Generell hilfreich auch ein Trainingspartner, der dir Worte wie: "Komm schon, alter! Einen noch! Hau rein!" entgegen brüllt.
Die Spiegel in einem Fitnessstudio sind übrigens auch nicht zur Zierde angebracht worden. Manche sind dem Irrglauben auferlegen, sie dienen der Kontrolle der Korrekten Ausführung. Offensichtlicherweise sind sie aber da, um die bei jeder Übung die Betrachtung deines Adoniskörpers zu ermöglichen.
Bist du mit den Übungen fertig, lass die Hanteln einfach liegen. Für das Wegstellen und Aufräumen gibt es Personal. Sollen die was tun für ihr Geld!

Post-Workout
Wer nach einigen Tagen merkt, dass sich nichts an seinem Körper getan hat, sollte nicht Verzweifeln. Der Fehler liegt nahezu immer beim Post-Workout. Proteinshakes und Kreatin ist gut, aber du hast ja schließlich nicht ewig Zeit. Zum Glück hat die Wunderwelt der Medizin eine schnellere Methode entwickelt. Steroide. Ob die gefährlich sind oder nicht, ist doch völlig egal. Du willst gut aussehen und lebst nur ein Mal (#yolo)!
Bist du ohnehin Diabetiker oder Heroin-abhängig, kannst du hier punkten, da du nicht nur bereits Spritzen hast, sondern sie auch einzusetzen weißt. Der Rest regelt sich mit dem Dealer deines Vertrauens eigentlich wie von selbst.

Ernährung
Abschließend noch ein Wort zum Thema Ernährung.
Selbst, wenn du bisher nur Fastfood und anderen Dreck gegessen hast, solltest du jetzt unbedingt raushängen lassen, dass du total auf deine Ernährung achtest. Für Leute, die nicht wissen, wie das geht, empfiehlt sich für den Anfang das Kommentieren der Dinge, die andere Leute essen.

"Brötchen mit Käse... Fett und Kohlenhydrate pur. Du kannst es dir ja leisten. Guten Appetit."

Im Zweifel tun es auch abfällige Blicke.
Selbst kannst du am besten Magerquark essen. Der hat nicht nur den Vorteil, dass er tatsächlich gesund ist, sondern auch, dass dir bereits nach einer Packung so unfassbar schlecht sein wird, dass du gar nicht umhin kommst, abzunehmen und damit dein Sixpack zu fördern.


Das soll es soweit erst mal gewesen sein. Die vollständige Fassung wird demnächst in einem Verlag erscheinen, der sich traut, sowas zu drucken.

Aber ob Disko-Pumper, oder nicht... Jeder soll machen, was er für richtig hält und es andere dafür auch tun lassen. ;-)

Ich mein' ja nur...

Donnerstag, 9. Januar 2014

"Verhalte dich normal, du hast nichts gemacht..."

Es war letzte Woche. Ich war zusammen mit einigen Kollegen, Freunden und Bekannten zu einer Feier eingeladen und es ging wieder einmal um die Frage: "Wie komme ich zum Veranstaltungsort?"
Meistens geht es ja mit dem Rad, zu Fuß oder mit dem Bus. Aber dann gibt es wiederum Orte, die dermaßen am Arsch der Heide liegen, dass nicht nur in der Blüte ihres Lebens befindliche Marathon-Läufer vor der Anreise zurückschrecken, sondern auch kein Bus öfter als ein Mal die Woche dort hin fährt. Na gut, Schul-Busse vielleicht. Aber die fahren selten nachts um vier Uhr - oder wann immer die Party endet.
Nach einem kurzen Überschlagen der etwaigen Taxi-Kosten, wurde mir klar, dass ich mein Monatsgehalt für An- und Abreise inkl. kleiner Aufmerksamkeit für den Gastgeber nahezu vernichten würde - und dabei hätte ich noch keine Getränke gekauft!

Ich beschließe also schweren Herzens mit dem eigenen Auto zu fahren, wohl wissend, dass ich womöglich der einzige sein würde, der beim Cuba Libre auf dem Rum verzichten muss.

[Hier könnte der Bericht über die Party stehen, tut er aber nicht.]

Es hat also funktioniert. Ich habe einen Promille-Wert, der gefühlt im Minusbereich liegt und Hunger. Viel Hunger.
Während ich also auf dem Heimweg mit dem Gedanken spiele, ein Reh zu überfahren, um etwas zu Essen zu haben, fällt mir ein, dass es heutzutage ja auch anders geht.

Ich steuere also einen bekannten Schnellimbiss an, dessen Namen ich aus werberechtlichen Gründen an dieser Stelle nicht verraten darf. Nennen wir ihn der Form halber "Restaurant zur Goldenen Möwe".
An der Gegensprechanlage werde ich mit Worten in gebrochenem Deutsch begrüßt, verstärkt durch ein Mikrofon mit der Klangqualität eines in die Jahre gekommenen Grammophons. Ich habe kein Wort verstanden. In der Annahme, die Worte seien freundlicher Natur, grüße ich zurück. Dem nächsten Satz des Mannes am anderen Ende ist mit einiger Fantasie das Wort "Bestellung" zu entnehmen. Ich tue also wie geheißen.
Nachdem meine Bestellung also circa vier Mal falsch verstanden und eingegeben wird, ist es geschafft. Den Preis der Bestellung habe ich zwar nicht verstanden, aber es gibt ja Kassensysteme mit digitaler Anzeige.

Man sagt mir, es würde noch etwas dauern und ich möge mich gedulden. So sei es.
Ich bin also gerade dabei mich zu gedulden, als ein Auto hinter mir in die Warteschlange fährt. Es sind die Ordnungshüter in ihrem Dienstfahrzeug. Beinahe reflexartig überlege ich, ob ich meine Papiere, den Verbandskasten und meine Geistesgegenwart dabei habe. Und ja, alles am Start. Ich habe also nichts getan und verhalte mich weiter ganz normal. Na ja, so normal es dann eben ging.
Sicher kennst du das Gefühl, wenn du ein Geschäft ohne etwas kaufen zu wollen verlässt, dabei den Ausgang durch die Kasse wählst und während du dich an der zahlenden Kundschaft vorbeidrängelst irgendwas merkwürdig ist. "Ich hab nichts gekauft. Also darf ich hier durch. Ich hab nichts getan. Ich bin kein Dieb. Ich muss mich normal verhalten."

Ich überlege kurz, wie eine unauffällige Fahrweise wohl aussehen mag. Fahr ich genau 50 km/h? Nein, total auffällig... macht doch keine Sau. Etwas unter 50? Dann denken die noch, ich könnte mich nicht mehr konzentrieren, dass ich so langsam fahren muss. Dann also über 50! Hmm... sieht irgendwie nach Flucht aus - so gar nicht StVO. Nachher halten die mich noch an!

Aber dann kommt alles anders! Ganz anders, als erwartet.
Ich kriege mein Essen, fahre weg und das war's. Keine Verfolgungsjagd, keine U-Haft - gar nichts!

Immer diese Leute, die sich unnötig viele Gedanken machen. Lächerlich!

Ich mein' ja nur...

Mittwoch, 8. Januar 2014

Wie viel Gramm ist eigentlich "Eigenbedarf"?

Na, hat die Überschrift dich neugierig gemacht? Dann wirst du jetzt vermutlich enttäuscht, denn das hier wird kein Ratgeber dazu, wie man Drogen versteckt, ob man sie besitzen darf oder nicht und wie man als Bodypacker am sichersten über die Grenze kommt. Viel mehr geht es um ein kontrovers diskutiertes Thema:

Die Legalisierung von Cannabis.

Auch als Nicht-Konsument kommt man in diesen Tagen wohl nicht umhin, die Medienpräsenz dieses Themas zu spüren. In Berlin gibt es Pläne für einen legalen Coffeeshop, in den USA gibt es sowas schon - es herrschen Freude und Entsetzen gleichermaßen. Zu den erfreuten gehören größtenteils die Konsumenten selbst, zu den Kritikern meist die, die sich mit dem Thema nicht befasst haben und dazu gedrängt werden, trotzdem eine Meinung zu äußern. Denn wie Angela Merkel schon über das Internet sagte, ist es wohl "[...] für uns alle Neu-Land." (Zitat Ende).

Ich persönlich lehne den die Droge nicht grundsätzlich ab, nehmen tue ich sie dennoch nicht (ja, den Satz können manche ruhig zwei Mal lesen). ;-)

An dieser Stelle möchte ich kurz (vielleicht auch länger, das ist zum Zeitpunkt des Verfassens noch nicht klar), meinen Standpunkt äußern. Zunächst mal zum Thema "Verbot" allgemein.
Der Sinn eines Verbots kann auch der einen Seite sein, Menschen von womöglich gefährlichen Handlungen abzuhalten. An sich ein lobenswertes Ziel. Auf der anderen Seite wirtschaftlichen Fortschritt "erzwingen" oder sogar für Geldeinnahmen sorgen. Beispiele dafür kennst du vermutlich selbst.
All denen, die immer noch glauben, dass ein Verbot ein Problem vollständig lösen könne, würde ich raten, mal den "Streisand-Effekt" zu googeln. Wer das nicht kann, will oder einsieht:
Verbote machen Dinge interessant. Kein Mensch möchte Videos über Folter und Hinrichtung in Amerikanischen Gefängnissen sehen, aber wenn YouTube sie sperrt/verbietet, dann müssen die ja irgendwie interessant sein, nicht wahr? (Richtig, in diesem speziellen Fall ist es tatsächlich nicht wahr.)
Meiner unmaßgeblichen Meinung nach, ist es so auch mit Drogen. Es ist oft mehr die Faszination und der "Thrill" etwas Verbotenes zu tun, als der Genuss oder Sonstiges. Fast so wie früher mit 14, als Rauchen noch cool war.

Doch nun konkreter. Was passiert also durch das Verbot von Cannabis?
Drogendealer, die selber nicht wissen, was sie da eigentlich verkaufen oder sich aus "wirtschaftlichen Gründen" einiger anderer Substanzen bedienen, um ihre "Ware" damit zu strecken (Glas, Haarspray, Sand und Schuhcreme sind nur einige von viele). Das nennt man wohl eine Mogelpackung - und zwar eine verdammt gefährliche.
Bei Alkoholika ist ja wenigstens in der Regel die Zusammensetzung und der Alkoholgehalt bekannt. Quasi ein kalkulierbares Risiko. Aber Alkohol ist ja auch legal. Na ja, und eben auch gefährlich. Aber legal.
Aber wie viele Tote gibt es denn durch Alkohol und durch Cannabis? Schau selbst mal nach, die Antwort wird dich (womöglich) überraschen. Tabak sei hier mal außen vor.

Und da sich sowohl meine Zeit, als auch mein Bier dem Ende neigen, möchte ich hiermit schließen:
Ich möchte weder den Alkohol, noch Cannabis nicht an den Pranger stellen. Jeder muss selbst wissen, wie viel er trinkt und wie er damit umgeht, ob täglich kifft, nie oder nur bei Neumond. Nur ist es bei Alkohol und Cannabis nun mal so, wie bei vielen Dingen im Leben: die Dosis macht das Gift.

Ich mein' ja nur...


P.S.:
Um verurteilenden Kommentaren vorzubeugen und einem Besuch in der Untersuchungshaft zu entgehen, möchte ich folgendes Klarstellen: Ich distanziere mich vom Konsum der Droge "Cannabis", in keinster Weise jedoch von meiner Meinung zur selbigen.